Recherchiert, NICHT gebaut - auf seine Ansage "gut das kann auf die todo jetzt nicht". Kern: Was sein Freund beschreibt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht MyHammer, sondern die Grosshandelsanbindung seiner Handwerkersoftware. Ein Heizungsventil ist ein Artikel, kein Gewerk. MyHammer hat keine oeffentliche API, und das oeffentliche Preisradar traegt selbst den Satz, seine Preise seien "mit Hilfe von KI zusammengetragen" - als Rechnungsgrundlage untauglich. Automatisierte Abrufe beantwortet die Seite mit 403. Ein Crawler ist damit dreifach erledigt: der Inhalt taugt nicht, sie sperren technisch, und § 87b UrhG steht dagegen. Der Weg, der funktioniert: DATANORM einlesen (offline, kostenlos, die Datei bekommt der Betrieb von seinem Grosshaendler), spaeter Open Masterdata fuer Tagespreise. Dazu die eigene Rechnungshistorie fuer die Arbeitszeit - die Daten liegen schon im Nummernbuch. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01V4t48uxDok5rJXhC9bX1Ax
6.1 KiB
Preisvorschlag beim Rechnungschreiben
Stand 07.09.2026 — recherchiert, noch nicht gebaut. Kein Auftrag zum Loslegen; das hier hält fest, was herausgekommen ist, damit es nicht noch einmal recherchiert werden muss.
Woher der Wunsch kommt
Sein Freund (Handwerk) berichtet: „wenn er ein heizungsventiel auf die rechnung macht dann schlägt das tool ihm ein preis vor", Abweichung nur zwei bis drei Euro. Zuerst hieß es, das sei MyHammer.
Was es tatsächlich ist
Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht MyHammer. Ein Heizungsventil ist ein Artikel mit Artikelnummer, kein Gewerk. Schlägt eine Software dazu einen Preis vor, kommt der aus der Großhandelsanbindung — in der SHK-Branche seit Jahrzehnten Standard. MyHammer ist dann die App daneben für die Auftragssuche.
⚠️ Offen: Welches Programm hat der Freund beim Rechnungschreiben offen? Das klärt die Frage in einem Satz. Danach fragen, bevor irgendetwas gebaut wird.
Die zwei bis drei Euro passen zu dieser Erklärung: das ist die Differenz zwischen einem alten Preisstand und dem tagesaktuellen Großhandelspreis.
Was MyHammer wirklich hat — und warum es nichts nützt
- Keine öffentliche API. Keine Entwicklerdokumentation. Was an Schnittstellen existiert, sind Einzelanbindungen an CRM-Systeme für Leads (400–1.200 € einmalig), nicht für Preise.
- Das öffentliche Preisradar (394 Ratgeberseiten) trägt am Fuß den Satz: „Es handelt sich um Schätzungen, die auf Marktbeobachtung und Preisen auf MyHammer basieren. Sie wurden mit Hilfe von KI zusammengetragen." Spannen wie „Tapete entfernen: 3 bis 15 Euro pro m²". Als Rechnungsgrundlage untauglich — man würde KI-Schätzungen abrechnen.
- Automatisierte Abrufe beantwortet die Seite mit HTTP 403.
Ein Crawler ist damit dreifach erledigt: der Inhalt taugt nicht, sie sperren technisch, und die Übernahme wesentlicher Teile einer fremden Datenbank fällt unter § 87b UrhG. Nicht weiterverfolgen.
Der Weg, der funktioniert — zwei Stufen
Stufe 1: DATANORM einlesen ← hier anfangen
Der Handwerker lädt bei seinem Großhändler die DATANORM-Datei herunter; die bekommt jeder Kunde per Mail oder aus dem Shop. Textdateien mit festen Satzarten:
| Satz | Inhalt |
|---|---|
| A / B | Artikelstamm (Nummer, Kurztext, Preis, Einheit) |
| T | Langtext |
| P | Preisänderung auf bestehende Artikel |
| Z | Rabatt- und Zuschlagsstaffeln |
| D | Maße |
Einlesen in die SQLite, danach schlägt das Tool beim Tippen Artikelnummer, Text und Preis vor.
Warum das der erste Schritt ist: Es läuft offline — passt zu dem, was für die Tablets im Außendienst gedacht ist (AUFGABE_AUSSENDIENST_ARBEITSPROTOKOLL). Es kostet nichts, braucht keinen Vertrag und keine Verbandsmitgliedschaft. Und die Daten gehören dem Betrieb: sein Lieferant gibt sie ihm für seinen Gebrauch. Kein Crawling, keine fremden Daten.
⚠️ Einschränkung, ehrlich: Die offizielle DATANORM-Spezifikation ist nicht frei verfügbar. Die Satzstruktur ist aber in mehreren Softwarehandbüchern öffentlich beschrieben (mohr-it, es2000, EULANDA) — das reicht zum Bauen, aber man baut gegen eine Beschreibung, nicht gegen eine Norm. Also: gegen echte Dateien mehrerer Großhändler prüfen, nicht gegen eine selbst gebaute Musterdatei (feedback_selbst_arrangierte_messung_beweist_nichts).
Stufe 2: Open Masterdata für Tagespreise
Webservice, Abruf einzelner Artikel über GTIN oder Hersteller + Artikelnummer oder Großhandelsnummer. Liefert Grunddaten, Preise, Logistikdaten, Texte, Dokumente. Synchron für einzelne Artikel, asynchron für Listen. Nachfolger von DATANORM, entwickelt von ITEK.
- Herausgeber ist ein Arbeitskreis aus BVBS, DG Haustechnik, ZVSHK und VEG, jährliche Aktualisierung.
- Die technische Doku liegt in einem geschlossenen Bereich — für Verbandsmitglieder kostenlos, für andere gegen Gebühr, Zugang über ein Kontaktformular. Das ist die Hürde: hier müsste jemand Mitglied sein oder zahlen.
- Freischaltung läuft je Betrieb über seinen Großhändler; nicht jeder Großhändler macht mit.
Was ausdrücklich NICHT gebraucht wird
Sirados, BKI, DBD liefern Kalkulationsdaten für Leistungen („Heizkörper- ventil austauschen: 0,5 Std. + Material"), nicht für Artikel. Kostenpflichtig, Sirados je nach Paket 200 bis 2.000 €, Übergabe über GAEB. Für die hier beschriebene Aufgabe der falsche Hebel — das wäre ein eigenes Thema, wenn es einmal um Angebotskalkulation statt um Rechnungsschreiben geht.
Die zweite Hälfte: die eigene Historie
Material ist nur der eine Teil. Der andere ist die Arbeitszeit, und dafür braucht es niemanden von außen: ein Betrieb rechnet immer wieder dieselben 20 bis 50 Leistungen ab, mit seinen Sätzen, in seiner Gegend. Diese Daten liegen bereits im Nummernbuch.
Zimmer streichen 25 m² — zuletzt 385 € (12.08.),
Mittel der letzten 6: 392 €, Spanne 370–410 €
Das ist belastbarer als jede Fremdschätzung, kostet nichts, und niemand kann es abdrehen. MyHammer mittelt über alle Betriebe in Deutschland — hier geht es um diesen Betrieb.
Zusammen ergibt das den ganzen Preisvorschlag: Material aus DATANORM bzw. OMD (fremde Daten, tagesaktuell) plus Arbeitszeit aus der eigenen Rechnungshistorie (eigene Daten, betriebsgenau). Genau so machen es die großen Programme auch.
Reihenfolge, wenn es losgeht
- Den Freund fragen, welches Programm er benutzt — klärt die Ausgangsfrage.
- Vorschlag aus der eigenen Historie (braucht keine fremde Quelle, die Daten sind da). Kleinster Schritt mit sofortigem Nutzen.
- DATANORM-Leser, geprüft gegen echte Dateien mehrerer Großhändler.
- Erst danach überlegen, ob Open Masterdata den Zugang wert ist.
Quellen
- MyHammer Preisradar: https://www.my-hammer.de/preisradar
- Open Masterdata (ZVSHK): https://www.open-datapool.de
- Open Masterdata (ITEK): https://itek.de/wissen/verzeichnis-branchenstandards/open-masterdata
- DATANORM-Satzarten: https://www.mohr-it.de/Hilfe/DatanormStudio/datanormstruktur.html
- SIRADOS: https://www.sirados.de/handwerker
- § 87b UrhG: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__87b.html